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By Timo-Kolja Pförtner

Dem europäischen Prinzip zur sozialen Gerechtigkeit, gleichberechtigten Teilhabe und medizinischen Vorsorge wird trotz erheblicher Anstrengungen auch gegenwärtig in weiten Teilen Europas widersprochen. Denn in vielen europäischen Ländern geht die soziale Benachteiligung mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung einher, die einer Verwirklichung möglicher Lebenschancen entgegensteht. Timo-Kolja Pförtner diskutiert auf foundation theoretischer Ansätze und intereuropäischer Vergleichsstudien die Möglichkeit, das gesundheitliche Befinden der in Armut lebenden Bevölkerung zu verbessern.

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Armut und Gesundheit in Europa: Theoretischer Diskurs und empirische Untersuchung

Dem europäischen Prinzip zur sozialen Gerechtigkeit, gleichberechtigten Teilhabe und medizinischen Vorsorge wird trotz erheblicher Anstrengungen auch gegenwärtig in weiten Teilen Europas widersprochen. Denn in vielen europäischen Ländern geht die soziale Benachteiligung mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung einher, die einer Verwirklichung möglicher Lebenschancen entgegensteht.

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Blane et al. 1997; Lynch und Kaplan 2000: 24; Raphael 2006: 657). In seinem historischen Ursprung kann der materielle Ansatz im Wesentlichen auf den Forschungsbereich hygienebedingter Erkrankungen (sanitary approach) zurückgeführt werden (vgl. Lynch und Kaplan 2000: 24; Awofeso 2004). Dieser entwickelte sich in der frühen Phase der Industrialisierung vor dem Hintergrund einer aufkeimenden Armutsproblematik und wurde in Abhandlungen, wie die von Rudolf Virchow zur grassierenden Hungertyphus-Epidemie in Oberschlesien aus dem Jahr 1848, umfassend diskutiert.

Darüber hinaus schließen sich der absoluten Armut Lebensereignisse an, die sich als aktive Stresserfahrungen in negativen Emotionen der Irritierung, Verärgerung und Enttäuschung manifestieren (Geyer 1999). Neben dem Verlust der materiellen Sicherheit zählt hierzu unter anderem der Eintritt in die Arbeitslosigkeit, der Rückgang an sozialen Beziehungen oder der familiäre Konflikt, der aus der finanziellen Benachtei16 Der psychosozial belastende Prozess des antizipierten Ansehens- und Werteverlusts wird auch als internalisierte Scham (Starrin et al.

1999; Conger et al. ). Aber auch die physiologischen Entwicklungschancen werden durch die Sozialisationsbedingungen im Jugend- und Kindesalter bestimmt. 20 Daneben wirken sich die verinnerlichten Erfahrungs- und Lerninhalte einer Sozialisation in Armut auf die gesundheitsrelevanten Wissensinhalte, Werteeinstellungen und Anforderungen eines Kindes aus, die bei einer zukünftigen Aktivierung bzw. Veränderung gesundheitlicher Handlungsweisen von Relevanz sind (vgl. Siegrist 1998: 117; Singh-Manoux und Marmot 2005).

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